was bedeutet yoga?


Es war eine turbulente Woche. Was ist passiert?

Das Leben. Kennst du das auch? Man nimmt sich so viel vor und möchte so viele Dinge tun, erledigen und machen und am Ende kommen wieder einmal tausend andere Sachen unerwartet dazwischen und für die Dinge, die man eigentlich wollte, bleibt keine Zeit mehr. Same here. Denk nicht, dass das bei Yogalehrern anders ist. Auch mir geht es oft so. Und da fängt Yogapraxis wirklich an.


Das was wir in der Yogasutra I.2 von Patanjali lernen: “yogas citta vrtti nirodhah” und nach meiner Übersetzung: “Yoga bedeutet, die Regungen des Geistes bewusst zur Ruhe zu bringen”, also dieses Bewusstsein zu trainieren und zu üben, ist der Schlüssel. Sich darüber bewusst werden, was man selbst wirklich möchte, was einem selbst wirklich gut tut und was einem selbst wirklich dazu führt, wahre Lebensfreude zu fühlen. Und Lebensfreude geht da viel tiefer als reines Glücklichsein. Jedoch fängt alles erstmal damit an, Bewusstsein dafür zu schaffen, wer man wirklich ist. Wer bist du im Kern? Ohne alle Rollen, die du im Leben spielst. Ohne alle Verkleidungen, die dich umhüllen. Ohne all die Dinge, die man meint immer tun zu müssen.


yogas citta vrtti nirodhah


Und da setzt wahres Yoga ein und an. Was passiert, wenn man sich fokussiert und im Hier und Jetzt ankommt. Im Moment sein, ohne in der Vergangenheit zu leben und alte Muster und Erfahrungen immer wieder zu durchleben und auch ohne in der Zukunft zu leben, die sich jede Sekunde durch jede Entscheidung komplett verändern kann.


Yoga bedeutet, die Regungen des Geistes bewusst zur Ruhe zu bringen


Und wie setzte ich das denn jetzt bitte um?

Man kann auch sagen, dass die Bedeutung dieser Sutra die Definition von Yoga ist.

Dann wenn es still wird, dann wenn die Bewegungen im Geist zur Ruhe kommen, bist du im Zustand des Yoga. Was dabei wirklich wichtig ist, ist dass du erkennst, das alles was dein Geist produziert also sowohl Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Sichtweisen sind einfach nur Produkte des Geistes und du bist so viel mehr als das und darüberhinaus bist du auch eine Verbindung aus dem Ganzen.


Ich beschreibe das oft auch mit einem Kopfkino. Stell dir vor, du bist in einem Raum und es stehen mehrere Fernseher in diesem Raum, und auf allen Fernsehern laufen verschiedene Filme und wenn du dich nur auf einen dieser Fernseher konzentrierst, dann wird es auch nur diesen einen Film für dich geben. Aber letztendlich kannst du ganz klar entscheiden, wem höre ich zu? Drückst du vielleicht bei einem Fernseher die Stummtaste und hörst dafür einem anderen Fernseher zu.

Und das zu erkennen und einzusehen, wird im Yoga die Rolle des inneren Beobachters genannt. Also zu beobachten aha das ist Film 1 und das ist Film 2, aber in dem Ganzen bist du immer noch da und der Kern all dessen. Das ist glaube ich etwas, das uns schon ein großes Stück weiter bringt.


Jetzt mal ehrlich wie lange halten wir es denn aus in so einem Zustand der inneren Ausgeglichenheit? Denn das suchen wir ja oft ein in uns Ruhen oder ein Ausgeglichen sein. Unsere Gesellschaft schult uns irgendwie genau das Gegenteil von dem, was uns Yoga schult. Ziel ist den Zustand des Yoga und damit der Ruhe und Entspannung auszuweiten und länger anhalten zu lassen.

Aber in unserer Gesellschaft und das kennst du sicherlich selbst, dreht sich alles immer schneller und schneller, immer öfter und in die verschiedensten Richtungen. Hier prallen eigentlich 2 Welten aufeinander.


how to do it?


Also wie bekommen wir denn das jetzt länger hin?

Genau da fängt Yogapraxis an. Auch wenn das bedeutet wirklich die Yogamatte auszurollen und Asana zu üben, oder über Konzentrationsübungen oder Atemübungen. Da gibt es ja die verschiedensten Dinge. Einige Dinge erfährst du ja auch in all meinen Yogastunden, Retreats und vor allem auch in der Ausbildung.

Und da wird Yogapraxis so einzigartig und auch so wichtig, weil du letztendlich alles was du auf der Matte übst, schulst und trainierst, das macht ja auch in dir etwas. Das lässt dich vielleicht toleranter werden oder geduldiger oder auch ein bisschen wirklich entspannter, nennen wir es doch auch mal so. Und das wirst du früher oder später neben die Yogamatte in die Welt da draußen und den Alltag mitnehmen.



bon voyage - jasmin