sleep part 2 - baderituale


Im ersten Teil unserer kleinen Sleep-Serie haben wir schon einen wichtigen Punkt für einen erholsamen Schlaf angesprochen: Das zur Ruhe kommen.

Wie schalte ich also nach einem turbulenten Tag denn eigentlich ab?


Hierfür gibt es sicherlich jede Menge Methoden. Jedoch funktioniert für mich eine Methode sofort und immer!

Ganz platt gesagt: Wasser über den Kopf laufen lassen.

Also wie es so schön heißt: den Tag von sich abzuwaschen. Und so blumig das klingt, es funktioniert für mich jedes Mal. Ich habe früher in meinem durchgetakteten Leben dem Duschen oder Baden eher eine völlig pragmatische Rolle gegeben. Für mich ging es dabei darum, dass ich sauber bin. Ich habe es nie als ein Entspannungsritual betrachtet.




reinlichkeit in der yogapraxis


Und das obwohl sogar in der Yogaphilosophie, genauer gesagt in Patanjali's Yoga Sutra, es einen Ausdruck namens "sauca" gibt, was so viel wie Reinlichkeit besagt. Bei diesem Ausdruck geht es ganz klar darum, deinen Körper und auch deine Umgebung rein zu halten. Jedoch auch mit dem Ziel und Zweck dahinter, dass dein Geist und alle seine Bewegungen wie beispielsweise deine Gedanken zur Ruhe kommen. Somit kann man sagen: Ordnung und Sauberkeit im Außen schafft Entspannung im Inneren. Und genau das ist ja, was wir suchen, wenn wir zur Ruhe kommen wollen. Wir wünschen uns Entspannung. Und diese ist essentiell wichtig für einen erholsamen Schlaf.


baderituale weltweit


Baderituale in einem Spa oder einem Hotel-Spa im Urlaub kannte ich durchaus. Und sicherlich hat jeder von euch auch schon mal von den weltweit verbreiteten Baderitualen wie beispielsweise den Onsen oder Sento in Japan, den Hamam in den arabischen Ländern oder der Türkei, den Hot Pots oder Saunen in Skandinavien oder den Temazcal in Mittelamerika gehört oder sie sogar schon ausprobiert. Sicherlich dienen diese Baderituale auch gesellschaftlichen Zwecken und doch haben sie eins gemein: Den Körper zu entspannen.


mein lockdown ritual


Ich persönlich bin ja ein riesengroßer Dampfbad Fan. Das liegt sicherlich auch an meinen türkischen Wurzeln. Jedoch habe ich über die letzten Jahre den Gang ins Dampfbad immer allem anderen bevorzugt. Das war immer der Ort, wo ich komplett entspannen und irgendwie meinen Geist auslüften konnte. Jetzt bin ich in der privilegierten Situation, dass es mein Job zulässt, dass ich sehr viele Dampfbäder Münchens tag ein tag aus besuchen kann. Also war ein Besuch pro Woche fest in meinem Kalender eingeplant. Tja und dann kam Big-C und auf einmal war diese Möglichkeit auf unbestimmte Zeit weg. Ich war in dieser Zeit wie alle anderen sicherlich auch sehr viel zu Hause und ich liebe ehrlich gesagt meine Wohnung über alles, jedoch fehlt es ihr an einer Sache: einem Dampfbad. What to do, wenn du zu Hause im Lockdown sitzt und kein Dampfbad zur Entspannung zur Verfügung steht? Dann wird die gute alte Dusche oder die Badewanne und damit das Badezimmer in ein Möchtegern-Dampfbad verwandelt. So habe ich mir angewöhnt statt morgens ausgiebigst zu Duschen, es da eher kurz zu halten und dafür die ganzen Dinge, die mehr Muse benötigen, auf den Abend zu verlegen. Und nach wenigen Wochen ist mir aufgefallen, dass ich mich selbst in der Zeit zwischen dem Baden und dem Zu-Bett-Gehen viel ausgeglichener fühlte, mir das Einschlafen viel leichter fiel und sich die Tiefe und damit die Qualität meines Schlafs extrem verbessert hatte.


how to do find your ritual?


Was sind das für Dinge, die ich in mein Baderitual einbaue?

  1. Dusche oder Badewanne - beides funktioniert und am besten mit wirklich warmen Wasser. Wobei die Temperatur natürlich Geschmacksache ist, pass nur bitte darauf auf, dass du dich nicht verbrennst

  2. Ein ausgiebiges Haarewaschen inklusive einer Haarpflege und vor allem einer schönen Kopfmassage (auch hier gibt es hunderte Techniken und damit Videos online. Probiere aus, was sich für dich richtig gut anfühlt)

  3. Eine kleine Körpermassage mit einem Luffa-Schwamm (dazu erfährst du mehr in meinem Trockenbürsten-Artikel hier)

  4. Zum Abschluss dusche ich immer meine Glieder sprich Arme und Beine mit eiskaltem Wasser ab. Das regt zwar definitiv an, jedoch ist es für mich die perfekte Balance nach dem warmen Wasser, den Ausgleich durch die kalte Dusche zu finden

und danach?


Danach nehme ich mir immer noch Zeit für entweder eine Gesichtsmaske, eine Massage mit einer Körperlotion die nochmal Feuchtigkeit spendet (was übrigens nach einem ausgiebigen Baden je nach Hauttyp extrem wichtig ist) oder auch einfach nur das Stille genießen und eine Tasse Tee dabei trinken. Also die sogenannte Wind-Down-Zeit komplett zu genießen. Über diese Zeit wird es definitiv auch noch einen Artikel geben. Bis dahin erstmal happy bathing!


bon voyage - jasmin