my start into yoga



Die folgende Frage wird mir immer wieder aufs Neue gestellt: Wie bin ich eigentlich zum Yoga gekommen? Und hier möchte ich direkt etwas ergänzen, was die wenigsten wissen: Und warum für mich nach meiner ersten Yogastunde sofort klar war, dass ich das mein ganzes Leben machen möchte. Tja, das war ehrlich gesagt eine Entscheidung, die ich einfach auf Grundlage meines Bauchgefühls getroffen habe. Das war so:


Ich war sehr sehr jung ca 14 oder 15 Jahre und mit meinem Vater bei einem simplen Samstagseinkauf unterwegs. Am Eingang eines großen Marktes habe ich mit der Unterstützung meines Vaters an einem Gewinnspiel eines neuen Fitnessstudios in München teilgenommen. Und ja, ich habe gewonnen und zwar einen Monat kostenlos das Studio zu testen. Das war eine Zeit, wo es in einem Fitnessstudio kaum Kursstunden und schon gar kein Yoga gab. Damals gab es eher Aerobic oder Step Aerobic, Spinnig und ähnliche Formate. Trotzdem hatte dieses neue Studio immer sonntags Sonderkurse nach einem wechselnden Motto angeboten. Es gab also einen Dance Sonntag, Aqua Sonntag und irgendwann auch einen Yoga Sonntag.



zufall oder schicksal


Ich habe damals an allen Sonntagen die verschiedensten Kurse ausprobiert und vor allem wollte ich diese eine Yogastunde mit dem Special Guest ausprobieren. Der Stargast damals war Ralf Bauer. Leider gab es jedoch in diesem Kurs keinen Platz mehr, ehrlich gesagt, waren fast alle Yogakurse ausgebucht. Nur in einem Jivamukti Yoga Kurs gab es noch einen letzten Platz und ich meldete mich sofort dafür an. Somit hatte ich schon mal einen Plan und bin losgezogen, um mir eine Yogamatte zu besorgen. Damals und wir reden vom Jahr 2003, gab es da bei weitem ein nicht so extrem großes Angebot wie heute. Also war es gar nicht so einfach, mal eben schnell eine Matte herzubekommen. Aber wo ein Wille, da ein Weg und es hat geklappt - sie war knallpink.


der erste eindruck


Und da war er der Sonntag und ich bin mit meiner knallpinken Yogamatte losgezogen zum Studio. Und was war: ich kam relativ knapp an und war 1-2 Minuten zu spät. Der Yogalehrer war erstmal wenig vergnügt und ich bekam den allerletzten Platz ganz vorn in der 1. Reihe und auch noch genau in der Mitte vor seiner Nase zugewiesen. Aber was soll's einfach Augen zu und durch dachte ich mir. Besser gesagt, waren meine Augen die ganze Yogastunde über damit beschäftigt, was er da für ein Wort auf seinen Zehen tätowiert hatte. Er selbst hatte den größten Spaß mit mir, denn in diesem jungen Alter und relativ flexibel, habe ich einfach alles ausprobiert, was er da so von uns wollte. Und man muss an dieser Stelle ganz klar sagen, dass ich den Altersdurchschnitt im Raum extrem nach unten korrigiert habe. Damals haben sehr sehr wenige junge Menschen Yoga geübt. Das war ganz anders, als es jetzt der Fall ist.



das gefühl nach der 1. yogastunde


Und irgendwann nach einigem Verbiegen lag ich dann da in Savasana und ein so großes Gefühl von Wohlsein und Frieden und auch einer gewissen Art von Ruhe wie noch nie zuvor in meinem Leben hat sich in mir breit gemacht. Danach bin aus dem Studio zur Bushaltestation gegangen und es fühlte sich an, als wäre ich auf Wolken gelaufen. Dort saß ich dann in der eiskalten Wintersonne, wartete auf meinen Freund und ich fühlte mich so energiegeladen und aufgewärmt und war einfach nur glücklich. Und wie ein Blitz kam es in meinen Kopf: Genau das ist es, was ich mit anderen Menschen teilen möchte. Dieses Gefühl! Das werde ich in und mit meinem Leben machen.


Ich blieb also in diesem Studio, es gab nach diesem Sonntag 1x wöchentlich (dienstags abends) eine Yogastunde mit einer einmaligen Yogalehrerin, welche mich am Ende durch ein paar Umwege wieder zu meinem 1. Yogalehrer zurückbrachte. Tja und mit ihm habe ich bis heute unzählige Yogastunden erlebt, ich habe in diversen Jobs für ihn gearbeitet und ich bin ihm auf immer dankbar, dass er in all meiner Entwicklung eine so große Rolle gespielt hat. Und ja irgendwann habe ich die Bedeutung seiner Tätowierung am Fuß herausgefunden.



merci beaucoup - jasmin